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Corinne ein Kind mit Down-Syndrom

ARCHE NOAH

ARCHE NOAH

Menschen mit Down-Syndrom machen Kunst und laden andere ein, mitzumachen

DAS PROJEKT Das seit 1995 bestehende Bonner Projekt ist eine Zusammenarbeit von professionellen Künstlern mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (mit oder ohne Down-Syndrom, mit oder ohne Handicaps).

Wir zeigen die Wanderausstellung der ARCHE NOAH an möglichst vielen öffentlichen Orten der Bundesrepublik. Wir wünschen uns, daß die Arche an jeder "Anlegestelle" weiter bestückt wird; es sollen dort in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen Tiere gestaltet werden, die mit uns weiterreisen. Die Wanderausstellung begann im Oktober 1997 auf der Hofgartenwiese in Bonn, anschließend wurde sie in verschiedenen Städten der Bundesrepublik gezeigt (Wyk auf Föhr, Braunschweig, Fürstenwalde an der Spree, Koblenz, Frankfurt am Main, Wetzlar). Im Sommer 1998 (29. Juni bis 3. Juli 1998) wird mit einer Kunstwoche in Bonn, in Zusammenarbeit mit dem Behindertenreferat (Bonn), das vorläufige Ende der ARCHE-NOAH-Reise und der Aktion Grundgesetz begangen. Im Herbst 1998 wird die Reise ins europäische Ausland weitergehen: nach Wien. Im Jahre 2003 werden wir uns einen Traum erfüllen und mit der ARCHE NOAH in die Mongolei reisen.

DIE ARCHE ALS LEBENS- UND ARBEITSRAUM Unsere Arche ist ein schützender und zugleich auch inspirativer Raum. Wir haben die klassische Behausung der Nomaden, die Jurte gewählt. Sie kann schnell auf- und abgebaut werden, sie symbolisiert die Wanderung und (in unserem Fall) die Suche nach einer Heimat. Die Jurte bietet den Nomaden Schutz zu jeder Jahreszeit, sie ist rund (wie ein magischer Kreis). Sie öffnet sich zum Himmel, läßt das Sonnen- und Sternenlicht hinein und bietet Raum für Inspiration. Das ARCHE-NOAH-Team wird während der Aktionswochen in der Arche leben und arbeiten: wir zeigen unsere wachsende Ausstellung, wir bieten kreative Workshops an, wir begehen unseren Alltag gemeinsam und laden andere ein, mitzumachen. Die Teammitglieder sind gleichberechtigt - im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Kunst als Möglichkeit der selbstbestimmunG Kunst ist ein potentieller Ort radikalen und provokativen Umdenkens, ihr kommt als Raum unbegrenzter imaginativer Möglichkeiten eine zentrale Bedeutung zu. Wir wollen durch die gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung aufzeigen, daß es durchaus möglich, ist kreativ zu arbeiten. Der Arbeitsbegriff wird hinterfragt, wir wollen Wege der Selbstbestimmung aufzeigen und das Zitat von Joseph Beuys überprüfen: "Jeder Mensch ist ein Künstler, der Sachen durch sich selbst bestimmt." Oft wird in der Diskussion nur der erste Teil des Satzes genannt, den zweiten läßt man einfach weg, obwohl er die Vorraussetzung für kreative und erfüllende Arbeit benennt: Selbstbestimmung.

KUNST ALS BRÜCKE ZWISCHEN DEN WELTEN In Kooperation mit der Aktion Grundgesetz planen wir eine künstlerische Zusammenarbeit mit möglichst verschiedenen Gruppen. Eine gemeinsame, öffentliche und gewachsene Ausstellung des Projektes ARCHE NOAH ermöglicht folgendes: Durch die Kontaktaufnahme mit anderen interessierten und engagierten Gruppen in Deutschland und die daraus erwachsende Zusammenarbeit und Planung einer Wanderausstellung entwickelt sich ein künstlerisches Netzwerk: nicht mehr das Down-Syndrom oder eine andere "Behinderung" ist das zentrale, verbindende Element, sondern die kreative Arbeit am gemeinsamen Projekt. Wir meinen, daß der offensive (künstlerische) und selbstbewußte Weg der richtige ist, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die noch ein veraltetes und eindimensionales Bild des Menschen mit einer Behinderung haben.

ARCHE NOAH Dr. Katja de Bragança (1. Vorsitzende der Europäischen Down-Syndrom Assoziation Deutschland e.V.), Karl-Barth-Straße 97, D-53129 Bonn, Tel 0228-54 97 11, Fax 0228-54 97 16

Behindertenreferat Bonn Ralf Ramacher, 0228-22 808 26 / 27

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